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24 Stunden kurze-Hosen-Wetter

Das Lagerfeuer knistert, Fackeln geben zusätzlich Licht, die Glieder werden ausgestreckt, der Tee schmeckt und der Nusszopf ist genau das Richtige für eine kleine Stärkung nachts um halb vier!

Vor ziemlich genau 12 Stunden waren etwa 40 wanderfreudige Teilnehmer zur 24-Stunden-Wanderung in Wehr gestartet. Das Thermometer zeigte am Nachmittag weit über 30 Grad an. Eine schweißtreibende Tour…! 58 Kilometer und 2.547 Höhenmeter liegen vor uns. Schnell führt die Strecke jedoch in den Wald hinein, so dass die Bäume etwas Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen bieten. Auf einer Lichtung mit herrlichen Aussichten ins Rheintal und in die benachbarte Schweiz stürzen wir uns alle zur Abkühlung auf den plätschernden Brunnen!

17:30 Uhr Ankunft in Gersbach. Zeit zum Vespern. Naturparkwirt Martin Buchleither und sein Team haben auf der idyllischen Terrasse des Landhotels Mühle ein wunderbares Buffet für uns hungrige Wanderer gezaubert. „Hier war ich noch nie“, hört man ein ums andere Mal auch von den Schwarzwäldern in der Gruppe. „Aber schön ist es hier!“. „Kann man hier auch Urlaub machen?“, will Joachim aus Heidelberg wissen. Man kann! Und sicherlich ist er nicht der Einzige, den es wieder zurück nach Gersbach zieht.

Doch für den Moment zieht es uns weiter… weiter nach Todtmoos. Steil führt die Strecke nach oben. Der Schweiß tropft. Dafür werden wir mit herrlichen Ausblicken belohnt. Speziell am „Belchenblick“ geht uns Guides das Herz auf, wenn wir „unseren“ Belchen sehen!

Die Dämmerung naht und noch bevor die Dunkelheit einbricht, schaffen wir es ins Hotel Rössle in Todtmoos. Der nächste Naturparkwirt hat für uns gekocht. Familie Maier empfängt uns mit einer stärkenden Suppe. Genau richtig! Auch hier gefällt es uns, doch wir wollen hinaus in die Nacht. „Jetzt kommt das geilste Stück“, lässt unser Guide Annika verlauten. Gleich mehrere Gipfel stehen auf dem Programm: vom Hochkopf führen uns wurzlige und schmale Pfade über den Ledertschobenstein auf den Blössling. Wetterleuchten begleitet uns, doch der Donner ist weit weg. Der Mond scheint für uns. Noch immer kurze-Hosen-Wetter.

Auf dem Blössling machen wir Pause. Ins Gras liegen, Stirnlampen aus und Sterne kucken. Nicht nur für Wolfgang aus Tübingen das Highlight der Tour. Andreas aus Freiburg zeigt mir, wie strukturiert die Milchstraße zu erkennen ist. Wow!

Jetzt geht’s bergab. Eine Stunde lang. Fieser Abstieg. Am Ende werden wir jedoch mit dem Lagerfeuer belohnt, das unser Guide Jörg schon für uns entfacht hat. Lange hält es uns auch dort nicht. Wir wollen zum Sonnenaufgang aufs Horn! Zwei Stunden Aufstieg stehen uns bevor, bis wir pünktlich zum Sonnenaufgang das Herzogenhorn erreicht haben. Zuerst hinter den Wolken versteckt, zeigt sich uns der glühende Ball doch noch. Und wir sitzen auf Logenplätzen in der ersten Reihe. Der ein oder andere verpasst das Spektakel, weil einfach die Augen zugefallen sind…

Zeit zum Frühstück! Werner und Imelda sind mit ihrem Team in der Krunkelbachhütte auch schon seit 4 Uhr morgens auf den Beinen, damit sie für uns ein herzhaftes Hüttenfrühstück vorbereiten konnten. Frisch gestärkt starten wir so in den neuen Tag. Das Zeitgefühl lässt uns im Stich. Ist es erst halb acht Uhr morgens? Fühlt sich irgendwie anders an…

Am Leistungszentrum zwischen Herzogenhorn und Feldberg findet unser Guide Andi, dass es Zeit ist für den Kultur- und Sportblock. Und wenn der Andi mal ins Erzählen kommt…! Die einen interessiert’s – Sandra aus Inzlingen möchte mehr über den Schwarzwald erfahren – die anderen wollen einfach nur weiterwandern…!

Über den Feldbergpass marschieren wir hinunter zum Feldsee. Ein Stündchen am See, um die Füße baumeln zu lassen, Blasen zu verarzten, ein kleines Nickerchen zu machen oder einfach die Ruhe am See zu genießen.

Weiter geht’s zum Raimartihof, wo uns das Mittagessen erwartet. „Ihr müsst euren Leuten mal erklären, was Bibiliskäs ist“, ruft mir Frau Andris vom Raimartihof zu.  Das hat Andi in seinem Kulturblock dann wohl vergessen…

So langsam hält es die Gruppe nicht mehr. Auch für den idyllisch gelegenen Mathisleweiher hat kaum noch einer einen Blick. Die letzten Kilometer werden abgespult. „Zum Schluss hast du echt ein bissle genervt“, meint Kerstin aus dem Allgäu zu unserem Guide Sarah, die als Motivationskünstlerin alle angetrieben hat. Aber zum Schluss wollen einfach alle nur noch ins Ziel kommen. Ortseingang Hinterzarten. Uups, die vordere Gruppe ist kurz vor Schluss falsch abgebogen und muss umkehren. Somit sind plötzlich Volker und Hermann aus Heppenheim – unsere beiden topfitten Rentner – die Anführer der Truppe, die sich ansonsten immer ganz hinten im Feld aufgehalten haben. Tja – die Letzten werden die Ersten sein! Aber die Reihenfolge ist sowieso egal. Alle, die ankommen, können einfach nur stolz auf sich sein: Herausforderung 24 Stunden gemeistert! „Gäbe es euch nicht, wüsste ich nicht, wozu ich fähig bin“, meint Sandra aus Köln mit einem Kloß im Hals. Und auch wir sind ganz gerührt!