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Erlebnisbericht Zweitälersteig

„Zweitälersteig – wo dein Herz aufgeht!“

– so wirbt die Ferienregion ZweiTälerLand für den insgesamt 108 Kilometer langen Fernwanderweg. Diesen nehme ich in 5 Tagesetappen in Angriff. Mal sehen, ob mir wirklich das Herz aufgeht…!

1. Etappe von Waldkirch auf den Kandel, ca. 10 km, 1.015 HM bergauf, 75 HM bergab

Zu Beginn geht mir erstmal nur die Lunge auf, als es gleich vom Start in Waldkirch über 1.000 Höhenmeter hinauf auf den Kandel geht. Doch die Mühe lohnt sich. Die Aussicht hoch über dem Elztal ist herrlich. Winzig klein sehe ich in der Ferne neben dem Rosskopf die Häuser von Freiburg, außerdem das weite Rheintal, den Kaiserstuhl und im Dunst die Vogesen. Mit 1.241 Metern habe ich also gleich am ersten Tag den höchsten Punkt des Zweitälersteigs erreicht. Aber Ausruhen ist nicht – denn mit insgesamt über 4.000 Höhenmetern haben es auch die folgenden Etappen in sich!

2. Etappe vom Kandel nach Simonswald, ca. 26 km, 672 HM bergauf, 1.517 HM bergab

Heute erwarten mich schöne Aussichten ins Glottertal und ins Simonswäldertal, bis ich die „Platte“ erreiche, eine Hochebene auf über 1.000 Meter, auf der mir die Rotoren der riesigen Windräder schon von weitem entgegen winken. Ob mich hier oben auch der Geist der „Kandelhexe“ einholt? Doch vom schrulligen „Plattewiibli“ das vor hundert Jahren hier oben gelebt hat, ist nichts mehr zu spüren. Auch gut! Steil führt mich der Weg hinab durch die Zweribachwasserfälle: idyllisch, wild und Natur pur! Auf engen Zickzack-Wegen geht es auf dem Wildsauweg einen Steig hinauf zur Hintereck-Hütte. Jetzt ein kühles Bier – aber die Hütte hat unter der Woche geschlossen! Macht nichts, denn die Wirtsleute haben vorgesorgt: Auf einem Schild werden die Wanderer eingeladen, sich im Schopf bei kühlen Getränken zu bedienen und das Geld in ein Kässchen zu werfen. Schwarzwälder Ehrlichkeit par excellence! Jetzt kommt nur noch die Kür – ein gemütliches Ausschlendern an der Wilden Gutach entlang bis nach Simonswald.

3. Etappe von Simonswald nach Oberprechtal, ca. 26 km, 1.200 HM bergauf, 1.069 HM bergab

Die dritte Etappe ist die waldreichste auf der Tour. Geschützt unter dichten Bäumen marschiere ich Schritt für Schritt voran. Kein Mensch, kein Ort, kein Haus, keine Einkehr. Noch nichtmal ein Tierchen lässt sich sehen. Obwohl ich ganz leise über die Pfade schleiche, um einen der Auerhähne zu entdecken, die  doch scheinbar hier oben am Rohrhardsberg leben. Ich habe das Gefühl, dass ich morgens vom Wald verschluckt und erst am Nachmittag wieder nach einem steilen Abstieg in Oberprechtal ausgespuckt werde. Genügend Zeit, um den Kopf frei zu bekommen!

4. Etappe von Oberprechtal nach Höhenhäuser, ca. 24 km, 811 HM bergauf, 638 HM bergab

Am vierte Tag wandelt sich das Bild und ganz liebliche Landschaften mit tollen Weitblicken erwarten mich. Wellige Pfade, weicher Waldboden, blühende Wiesen und es öffnet sich der Blick hinunter in die Täler. Bauernhöfe liegen verstreut am Wegesrand und die Kühe chillen genüsslich beim Wiederkäuen im Gras. Am Ende der Etappe erstreckt sich mir in Höhenhäusern direkt gegenüber der gesamte Bergrücken, den ich in den letzten Tagen durchwandert bin. Wow – das fühlt sich gut an!

5. Etappe von Höhenhäuser nach Waldkirch, ca. 23 km, 422 HM bergauf, 823 HM bergab

Die fünfte und letzte Etappe steht an. Schöner könnte man nicht Abschied nehmen. Die Blicke gehen in alle Richtungen mit herrlichen Aussichten. Eigentlich will ich hier gar nicht wieder weg. Es ist einfach nur schön. Kurz vor Waldkirch thront die Ruine der Kastelburg. In den alten Gemäuern fühle ich mich ganz ritterlich. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das Glücklichsein über die geschaffte Tour. Nur noch ein paar Meter hinab nach Waldkirch, vorbei an verschiedenen Rittern entlang des Weges und ich bin zurück im reizenden Mittelalter-Städtchen.

Ist mir nun auf dem Zweitälersteig tatsächlich das Herz aufgegangen? Definitv ja!