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Wie Glühwürmchen durch die Nacht

Unsere erste offizielle 24-Stunden-Wanderung 2011

Schritt für Schritt ging es voran. Mal herrschte munteres Geplapper in der Gruppe, mal hing jeder seinen Gedanken nach und spulte fast meditativ Meter um Meter ab. In 24 Stunden konnten die 26 Teilnehmer mit  uns Wanderguides am vergangen Wochenende ganz schön viel erleben.

Um 16 Uhr starteten wir hochmotiviert in Staufen. Schnell wurden die ersten Kilometer bis ins Münstertal abgespult. Die Wassertretanlage im Obertal kam da für die dampfenden Füße gerade richtig!

In der eigens für uns Wanderer urig geschmückten Scheune des Spielweghotels war der Tisch nach den ersten drei Wanderstunden gedeckt. Patron Karl-Josef Fuchs hatte ein zackiges Drei-Gänge-Menü für uns vorbereitet, das auf den rot-weiß-karierten Tischdecken serviert wurde. Frisch gestärkt ging es hinein in den Sonnenuntergang. Vom Stohren zeigte sich der Himmel über dem Rheintal in tief-roten und kräftig-blauen Farben. Nach einer wärmenden Mitternachtssuppe auf dem Zähringerhof bei Christoph Riesterer brach die Nacht herein und eine Schlange von Stirnlampen tanzte wie die Glühwürmchen munter über die Wurzelpfade zum Notschrei. Immer wieder hielten wir kurz inne, um das Licht auszuschalten und den zum Greifen nahen Sternenhimmel und die Stille der Nacht aufzunehmen.

Beim Lagerfeuer in der Nacht wurden die ersten Blasen verarztet, Muskeln gelockert und vereinzelt Fuß- und Rückenmassagen gegenseitig verordnet. Rechtzeitig haben wir es schließlich auf den Feldberggipfel geschafft, wo sich zum Sonnenaufgang auf 1.493 Metern Höhe ein ganz besonderes Naturschauspiel zeigte. Mützen, Handschuhe, Jacken und alles, was sich im Rucksack befand, wurde angezogen. Das anschließende Bergfrühstück in der extra für uns eingeheizten St. Wilhelmer Hütte hatten wir uns alle so richtig verdient und ließen uns gerne vom Hüttenwirt Baldur bedienen!

Von nun an ging es fast nur noch bergab. Die nächste Station war der Feldsee. Dort konnten wir in der wärmenden Morgensonne die Beine ausstrecken, den Rücken dehnen und auch mal die Augen zumachen. Unsere Physiotherapeutin und Wanderguide Dani behandelte währenddessen am Uferrand steife Knie und schmerzende Rücken. Während eines zünftigen Vespers im Raimartihof hatte unser Staufener Teilnehmer Andi nach etwa 20 Stunden auf den Beinen noch genügend Energie, um uns spontan eine schauspielerische Kostprobe aus Faust darzubieten.

Angesichts des nahenden Ziels wurden jede Menge Endorphine ausgeschüttet, so dass es im Stechschritt über Alpersbach – mit Kaffee- und Kuchenpause im Gasthaus Engel – nach Hinterzarten ging.

Insgesamt haben schließlich 23 Teilnehmer mit 4 Wanderguides die knapp 60 km lange Strecke von Staufen übers Münstertal, den Stohren hinauf, auf den Feldberg bis hinunter nach Hinterzarten geschafft. Müde, glücklich und stolz werden alle noch lange von ihren Highlights berichten: für Gunda war es der Sternenhimmel, für Markus das Verweilen am Feldsee, für Bärbel der Sonnenuntergang, für Hermann die Verpflegung bei den Schwarzwälder Wirten entlang der Strecke und für Brigitte das Erlebnis, 24 Stunden auf den Beinen zu sein. Ob alle Teilnehmer noch einmal 24 Stunden wandern werden, wird sich herausstellen, wenn der Muskelkater in den nächsten Tagen abgeklungen ist.